Forschung

Meine Forschung ist philosophiehistorisch fundiert und systematisch ausgerichtet. Sie behandelt die europäische Philosophie von Kant bis ins 20. Jahrhundert und verbindet sie mit gegenwärtigen Problemen der Wahrnehmung, Sprache, Objektivität und Kultur.

Cassirer, symbolische Formen, Wahrnehmung, Objektivität

Ein zentraler Teil meiner Arbeit rekonstruiert Ernst Cassirers Philosophie als Theorie der symbolischen Form und als phänomenologisch relevante Theorie der Wahrnehmung. Im Mittelpunkt stehen die Elastizität der Wahrnehmung, die Artikulation von Objektivität und die Möglichkeit symbolischer Normativität, ohne Wahrnehmung auf propositionales Urteilen zu reduzieren.

Illustration related to Cassirer and symbolic forms by Christian May
Illustration: Christian May

Nietzsche, Hermeneutik, Perspektivismus

Meine Arbeiten zu Nietzsche entwickeln eine Lesart seiner theoretischen Philosophie als Hermeneutik. Perspektivismus erscheint dabei nicht als einfacher Relativismus, sondern als kritische Theorie von Interpretation, Rechtfertigung und den Bedingungen philosophischen Sinns.

Bergson, Sprache, Lebensphilosophie

Meine aktuelle Forschung untersucht Henri Bergsons Sprachphilosophie im Zusammenhang von französischer und deutscher Lebensphilosophie, früher Linguistik und Sprachkritik. Ein zentrales archivalisches Element betrifft Bergsons unveröffentlichten Kurs Les idées générales dans leurs rapports avec les mots, les images et les choses von 1898.

Kantianismus, Neukantianismus, Deutscher Idealismus

Ich arbeite zu kantischen und postkantischen Methoden, insbesondere zur Transformation der Transzendentalphilosophie im Neukantianismus und ihren Nachwirkungen in Debatten über Wissenschaft, Kultur und Objektivität.

Interkulturelle Philosophie und globale Kontexte

Meine interkulturellen Arbeiten fragen, wie Kulturphilosophie jenseits eines engen europäischen Kanons rekonstruiert werden kann und wie vergleichende Perspektiven klassische Probleme von Mensch, Kultur, Ausdruck und Objektivität verändern. Kyoto in Davos ist ein wichtiger Fall innerhalb dieser breiteren Ausrichtung; der Band wurde zudem in einem Open-Access-Symposium der European Journal of Japanese Philosophy diskutiert.